| 0 Artikel: | € |
Mit Ihrem Gatz-Canadier haben Sie ein Qualitätsprodukt erworben, das Ihnen bei richtiger Pflege viele Jahre Freude machen wird. Die nachfolgende Information soll Ihnen dabei ein wenig zur Seite stehen.
Allgemeines zu Lagerung und Transport:
Jeder Kunststoff altert durch UV-Strahlung, daher ist es günstig das Boot an einem schattigen Platz zu lagern. Dieser kann, mit Ausnahme von Holzrand-Canadiern, durchaus im Freien sein. Lagern Sie Ihr Boot so, dass sich kein Wasser im Rumpf sammeln kann. Am besten Kieloben auf zwei kleinen Böcken. In einer Garage kann das Boot an Gurten aufgehängt werden.
Bedecken Sie das Boot nicht über längere Zeit mit einer aufliegenden Folie, Kondenswasser und Licht können zu Verfärbungen der Außenhaut führen. Ein Foliendach mit genügend Abstand zum Boot ist kein Problem. Ausreichende Belüftung ist wichtig, damit die Holzteile nicht durch ständige Feuchtigkeit leiden.
Der PVC-Süllrand kann sich bei extremer Hitze verformen, deshalb sollte das Boot unter solchen Bedingungen nicht auf der Seite stehend auf den Dachträger gebunden oder auf eine Seite gekippt gelagert werden.
Die Außenhaut des Royalex-Kunststoffes schützt die darunter liegenden ABS-Lagen vor Versprödung durch UV-Strahlen. Sie kann mit handelsüblichen Kunststoffreinigern und Wachsen gepflegt werden. Ein UV-Schutz, z.B. 303 UV-Protectant oder Armoral, verlängert die Lebensdauer.
Verwenden Sie keine Lösemittel! Diese können die Außenhaut und den PVC-Rand angreifen und beschädigen. Zum Reinigen genügt Seifenlauge, ggf. kann Spiritus oder Waschbenzin eingesetzt werden. Reinigungsmittel sind grundsätzlich vor Gebrauch auf ihre Verträglichkeit zu testen.
Wenn die Außenhaut durch Abrieb stellenweise entfernt wurde sollte ein Kunstharzlack, z.B. Acryllack oder Sprühlack aufgetragen werden um den UV-Schutz wiederherzustellen. Bei kleinen Stellen und normaler Sonnenexposition ist dies nicht sofort notwendig.
Durch punktuelle Belastungen und Druck, z.B. beim Überfahren von Steinen oder wenn das Boot geknickt wird, wird die ABS-Schaummittellage komprimiert. Das führt zu leichten Dellen in der Bootsform, die aber nur sehr geringen Einfluß auf das Fahrverhalten haben und als materialtypisch zu betrachten sind. Royalex "erinnert" sich wie viele Thermoplaste weitestgehend an seine ursprüngliche Form.
Diese Eigenschaft können Sie zum Entfernen größerer DruckstelIen nutzen indem, Sie diese mit einem Heißluftgebläse/Fön sehr vorsichtig lokal erwärmen. ACHTUNG! Zuviel Hitze zerstört das Material und in den Bug- und Heckrundungen muss immer Druck von innen aufgewendet werden. Verzichten Sie im Zweifelsfalle auf die Erwärmung, denn bei der nächsten Tour gibt es sicher wieder neue Belastungen und DruckstelIen.
Tiefe Kratzer können mit Epoxydharz (z.B. Super-Epoxi oder UHU-Plus Zwei komponenten Kleber) ausgefüllt und versiegelt werden. Bei Brüchen nach extremer Belastung kann von innen mit Epoxydharz (lösemittelfrei und mit hoher Klebkraft) und Glasgeweben repariert werden. Von außen genügt es in der Regel, RisssteIlen mit Epoxy auszufüllen. Reparaturstellen können ebenfalls mit Kunstharzlacken farblich nachgearbeitet werden. Beachten Sie: Der Einsatz von Epoxiden kann gesundheitsschädlich sein.
Größere Reparaturen sind relativ unwahrscheinlich, fragen Sie uns im Zweifelsfalle bevor Sie an die Arbeit gehen. Wir stehen Ihnen gerne mit unserem Rat zur Seite.
Holzränder/Holzteile: Auch Lacke oder Ole altern, je nach dem wie stark sie durch Licht und Wasser beansprucht werden. Alle Holzteile lassen sich, je nach Originalüberzug, mit handelsüblichen Holzpflegeölen (für den Außenbereich, z.B. Owatrol) und klaren 2-Komponenten Kunstharzlacken aufarbeiten. Auch hier sollten Sie vor großflächiger Anwendung die Materialien an einer kleinen Stelle ausprobieren.
Der wichtigste Holzschutz ist eine trockene bzw. luftige Lagerung nach der Tour, damit keine Staunässe entsteht.
Holz, das nicht nachbehandelt wird, vergraut mit der Zeit. Solange es aber nicht dauernd nass ist, ist das nur eine optische Veränderung.
Pflege und Reparatur von Composite GATZ-Canadiern
Durch die Benutzung des Bootes können je nach Beanspruchung Beschädigungen am Boot auftreten. Diese variieren von oberflächlichen Kratzern bis zu Brüchen im Laminat.
Kratzer, die sich nur in der Farbschicht befinden erscheinen durch ihre rauhere Oberfläche weißlich und beeinträchtigen nur die Optik. Diese Kratzer sind nahezu unsichtbar, wenn das Boot nass ist. Sie lassen sich einfach mit Polituren und Wachsen, die auch in der Autopflege eingesetzt werden, beseitigen.
Tiefe, bis in das Laminat gehende Kratzer sollten am Saisonende mit Polyester- oder Glasfaser-Spachtel ausgefüllt werden.
Es besteht auch die Möglichkeit, flüssiges Polyesterharz oder Gelcoat in die Kratzer zu tropfen und diese dann mit Tesaband zu überkleben. Dadurch verteilt sich das Harz und härtet der Bootsform angepaßt aus. Nach dem Aushärten wird das Tesaband abgezogen und eventuell überstehendes Material weggeschliffen oder gefeilt. Achten Sie jeweils auf die richtige Härterzugabe und die Verarbeitungstemperatur.
Haarrisse in der Farbschicht können bei größerer punktueller Belastung der Feinschicht/Gelcoat auftreten. Sie sind materialtypisch, bedingt durch die Dicke und Sprödigkeit der Farbschicht, und beeinträchtigen die Stabilität des Bootskörpers nicht. Eine Entfernung der Farbschicht ist aufwendig und nicht sinnvoll. Wasser kann durch Haarrisse nicht in den Bootskörper ziehen, Wachs unterstützt die Versiegelung.
Brüche und Risse entstehen bei extremer punktueller Belastung des Bootskörpers. Brüche müssen nicht immer eine Undichtigkeit des Bootes zur Folge haben. Treten Brüche während einer Tour auf, genügt es in der Regel, von außen ein Gewebeklebeband aufzukleben. Die Reparatur kann später erfolgen.
Brüche werden am sinnvollsten von innen repariert. Dazu wird die Innenversiegelung ca. 5 - 10 cm um den Bruch grob angeschliffen. Je nach Größe werden eine oder mehrere Lagen Glasfasermatte aufgelegt und mit Polyesterharz getränkt. Dabei ist den Verarbeitungshinweisen auf der Materialpackung zu folgen. Von außen werden an der Bruchstelle lose Materialteile entfernt. Die Stelle wird dann wie bei tiefen Kratzern mit Polyesterharz oder Glasfaserspachtel gefüllt. Nach dem Aushärten sollten die reparierten Flächen noch geschliffen werden. Gut ausgeführt, ist ein repariertes Kanu genauso belastbar wie vor der Beschädigung.
Wie eine Operation hinterläßt jede Reparatur "Narben" an der Außenhaut, der exakte Farbton ist in der Regel nicht wiederherzustellen. Da sie meistens aber unterhalb der Wasserlinie sind, fallen Reparaturen nicht sonderlich auf.
Mit Kunstharzlacken können die reparierten Flächen überlackiert werden. Melierte Farben entstehen schon im Herstellungsprozess, nach Reparaturen kann man den Effekt annähernd durch das Ineinandertupfen von zwei Farben erreichen.
Pflege und Reparatur von GATZ-PE-Canadiern
Durch die Benutzung des Bootes können, trotz der großen Robustheit von 3-Lagen PE, je nach Beanspruchung Beschädigungen am Boot auftreten. Diese variieren von oberflächlichen Kratzern bis hin zu Brüchen im Extremfall.
Kratzer, die sich nur in der ersten Lage befinden bedürfen keiner Behandlung. Sie lassen sich ein wenig mit Polituren und Wachsen, die auch in der Autopflege eingesetzt werden, kaschieren. PE ist relativ weich und daher kratzempfindlich, die Außenhaut ist aber ausreichend stark konstruiert und abriebfest.
Tiefe, bis in die Schaummittellage gehende Kratzer sollten am Saisonende mit PE-Schmelzleber ausgefüllt werden. Der Schaum ist geschlossenporig, Wasser zieht nur oberflächlich ein. Der Schmelzkleber verdübelt sich nur mit der Reparaturstelle, eine richtige Verbindung geht PE nur durch Schweißen ein. Auch andere Kunststoffe verbinden sich nicht mit Polyethylen.
Brüche und Risse können bei extremer punktueller Belastung des Bootskörpers entstehen. Brüche müssen nicht immer eine Undichtigkeit des Bootes zur Folge haben. Durch Überdehnung des in vielen Bereichen sehr dicken Materials kann auch nur die Innen lage reißen. Dieses ist in der Regel kein Problem für die Statik des Bootskörpers und ähnlich zu sehen wie ein Haarriss an Composite-Kanus. Eine Reparatur ist nicht unbedingt notwendig. Treten durchgehende Brüche oder Risse (z.B. weil ein scharfkantiges Eisen überfahren wurde) während einer Tour auf, genügt es in der Regel, von außen ein Gewebeklebeband aufzukleben. Die Reparatur kann später erfolgen.
Alle Brüche oder Oberflächenbeschädigungen werden am sinnvollsten durch Heißluft- oder Extrusions-Schweißen repariert. Bewährt haben sich auch geregelte Heißluftgeräte und PE-Reparaturstifte wie sie in Baumärkten erhältlich sind. Auch mit kleinen Lötbrennern mit puntueller Flamme (z.B. aus dem Elektronikbereich) lassen sich vernünftige Ergebnisse erzielen. Dennoch gilt: Diese Reparaturen sollten nur Fachleute ausführen, denn der Umgang mit 3-Lagen-PE ist nicht unproblematisch. Gut ausgeführt, ist ein repariertes Kanu genauso belastbar wie vor der Beschädigung. Ein auf einem exakt geregelten Lötkolben basierendes Reparaturset ist für die meisten Reparaturzwecke völlig ausreichend.
Wie eine Operation hinterläßt jede Reparatur "Narben". Bei Reparaturen der Innenlage trägt die Schweißnaht etwas auf.
Da sie meistens aber unterhalb der Wasserlinie sind, fallen äußere Reparaturen nicht sonderlich auf.
Natürlich stehen wir Ihnen bei weiteren Fragen oder zur Schadenbehebung im Werk gerne zur Verfügung.
Diese Angaben haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und erfolgen ohne Gewähr. Bevor Sie einen Canadier reparieren, empfehlen wir Ihnen, an unauffälliger Stelle Versuche zu machen.
|
Informationen
|
Über 123outdoorwelt
|